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Wasser ist Leben! Der Aubrunnen bleibt.

6.4.17: Der erste Offene Brief der BI an den Tübinger OB

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Die BI Aubrunnen hat am 6. April 2017 einen Offenen Brief an den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer geschrieben, und ihn auch an alle Gemeinderäte und die Presse geschickt.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Palmer,
in Ihren Facebook-Einträgen vom 24.03.2017 fordern Sie die Bürgerinnen und Bürger auf, bei den Fakten zu bleiben, wenn  sie ihre Meinung zum Erhalt des Au-Brunnens kund tun. Die Bürgerinitiative Au-Brunnen ist überzeugt, dass es sowohl emotionale als auch sehr sachliche Gründe gibt, das Wasserschutzgebiet und die Wasserfassung des Au-Brunnens nicht für eine weitere Gewerbefläche in Tübingen aufzugeben.
Für eine sachliche Auseinandersetzung mit den Fakten müssen diese – wie Sie fordern – auch für alle an der Diskussion Beteiligten begründet und nachvollziehbar sein. In Ihren Facebook-Einträgen von 24.03. stellen Sie einige angebliche Fakten in den Raum, die Sie aber nicht belegen und über die wir daher auch nicht mit Ihnen diskutieren können. Wir bitten Sie daher, die folgenden Ihrer Äußerungen mit aussagekräftigem Datenmaterial zu hinterlegen, damit sich die Bürgerschaft eine begründete Meinung dazu bilden kann:

  1. „Der Brunnen ist mit Nitrat belastet und war kurz vor der Schließung. Er hat eine schlechtere Qualität als die aktiven Brunnen und der Bodensee.“

    Das jetzt veröffentliche Gutachten macht überhaupt keine Aussage zur Nitratbelastung des Aubrunnens. Wir wissen aber, dass die SWT jährlich die Trinkwasserqualität der Wasserfassungen untersuchen müssen. Um Ihre obige Aussage zu bewerten, benötigen wir diese Messreihen ebenso wie die der nicht aktiven Brunnen Wildermuth und Au. Diese Daten liegen Ihnen als Vorsitzender des SWT-Aufsichtsrats sicher vor.
     
  2. „Der Bodensee verbessert sich auch seit Jahrzehnten in seiner Qualität.“

    Welche Daten aus welchen Untersuchungen liegen dieser Behauptung zu Grunde?
    Nach dem Monitoringbericht 2016 der Kooperation KLIWA zum Klimawandel in Süddeutschland, der sich mit den Veränderungen von meteorologischen und hydrologischen Kenngrößen befasst, hat die Wassertemperatur des Bodensees im Jahresmittel seit den 90er-Jahren um 1° C zugenommen. Der lineare Trend von 1962 bis 2015 zeigt eine Wassertemperaturzunahme von + 0,03 ° C/Jahr. Damit einher geht eine Reduzierung des Tiefenwasseraustauschs und so wurde im Herbst 2015 erstmals seit 21 Jahren wieder eine Sauerstoffkonzentration unter 6 mg/l gemessen.
     
  3. „Natürlich gibt es Untersuchungen anderer Umweltgüter. Die Fläche ist auf Grund ihrer Lage ökologisch weder für Luft noch Arten besonders wertvoll.“ „Es leben dort keine schützenswerten Arten“

    Welche Untersuchungen liegen dieser Behauptung über die Wertigkeit der Flächen um den Au-Brunnen zu Grunde? Bitte stellen Sie uns und der Bürgerschaft die Ergebnisse dieser Untersuchungen zur Verfügung.
     
  4. „Wir siedeln keine Unternehmen von außen an. Es geht hier nur um Unternehmen, die schon da sind oder die Nähe zur Uni benötigen und hier gegründet werden. Reutlingen hat zehnmal mehr Fläche angemeldet als wir: 100 ha im Vergleich zu 10. Es geht um minimales Wachstum“

    Es gibt öffentlich einsehbare und nachvollziehbare Berechnungen zum ökologischen Fußabdruck, die zu folgendem Ergebnis kommen: Würden alle so leben wie wir Deutschen, bräuchten wir 2,5 Planeten. Auf welche Daten und Fakten von bestehenden und zu gründenden Unternehmen stützen Sie sich, um weiteren Flächenverbrauch zu begründen?

Da wir davon ausgehen, dass Ihre Antworten wichtige Einscheidungshilfen sein können, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir diesen Brief mit unseren Fragen sowohl über die Presse auch der Öffentlichkeit als auch den Fraktionen des Tübinger Gemeinderats zur Verfügung stellen.

Mit freundlichen Grüßen
BI Au-Brunnen


unterzeichnet von den Mitgliedern des Organisationsteams BI Au-Brunnen: Evelyn Ellwart, Christina von Elm, Bruno Gebhart, Wolfgang Gruber, Sybille Hartmann,  Manuel Haus, Beate Jung, Peter Krebs, Elisabeth Odinius, Johann Rapp, Benno Latz, Ute Woeckner, Dieter Zeller, Armin Bihlmaier, Andrea Franck

Diesen Brief kann man hier als pdf herunterladen.