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Wasser ist Leben! Der Aubrunnen bleibt.

Der Bodensee

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Wie sicher ist der Bodensee?

Seit 1958 hängt Tübingen an der Fernleitung der Bodenseewasserversorgung, 78% unseres Trinkwassers kommt von dort und wird mit dem Wasser aus eigenen Quellen abgemischt. „Das Risiko eines Ausfalls der Bodensee-Wasserversorgung ist sehr gering." So Herr Kannenberg, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen.

Sicherlich, seither floss das Wasser ohne Ausfall durch die Leitung. Wir freuen uns, dass es bisher niemals nötig war, den Fluss zu stoppen! Eine Garantie für die Zukunft kann jedoch niemand abgeben.

Was könnte dazu führen, dass Tübingen kein Bodenseewasser erreicht? Zum Beispiel könnte durch ein Erdbeben oder eine Sprengung die Leitung unterbrochen werden. Zum anderen könnte das kostbare Wasser durch Unfall, Schweizer Fracking oder bösen Willen mit Substanzen kontaminiert werden, die es als Trinkwasser unbrauchbar machen. Eine solche Gefahr besteht tatsächlich. So gab es im November 2005 einen Störfall durch einen Erpresser, der in der Nähe der Wasseraufnahmestelle zwei geöffnete Kanister mit dem Pflanzenschutzmittel Atrazin im Bodensee versenkte. Nur durch Glück verblieb die größte Menge des giftigen Stoffs in den Kanistern. Einen Monat später wurden nochmals ein Kanister und eine Tüte mit Granulat entdeckt.

Atrazin ist das Pflanzenschutzmittel, das in Tübingen jahrelang zur "Pflege" der Bahngeleise eingesetzt wurde, was dazu führte, dass der nahe gelegene Wildermuthbrunnen in den 80ern vorübergehend geschlossen, die verseuchte Erde auf dem Bahngelände abgetragen und der Brunnen aufwändig saniert werden musste. 1986 gelangten etwa 400 Liter eines Atrazin-Präparats über die Abwässer des Unternehmens Ciba-Geigy in den Rhein, was zusammen mit einem weiteren Chemieunfall des Sandoz-Konzerns bei Basel einen Tag später ein Fischsterben im Rhein auslöste. Es ist seit 1991 bundesweit verboten, Atrazin zu verwenden, jedoch nicht, es zu besitzen. Der arme Irre, der 2005 den gefährlichen Stoff im Bodensee bei Sipplingen versenkte, hat sich das zunutze gemacht. Hätte man die Kanister nicht rechtzeitig entdeckt, oder hätte er eine noch größere Menge davon versenkt, so hätte man den Wasserstrom notfallmäßig unterbrechen müssen.
Für solche Katastrophen, die evtl. niemand kommen sieht, weil sie so verrückte Gründe haben, brauchen wir in Tübingen jeden Brunnen.

Auch den Aubrunnen, der mit 40 Liter pro Sekunde eine ordentliche Menge Wasser schütten kann. Es ist schlicht nicht vernünftig, ihn zu schließen oder zu gefährden, und dann im Notfall in die Röhre zu gucken. Der Aubrunnen bleibt.

Hier die Meldung des SPIEGEL zum Giftanschlag vom 13.11.2005

 facebook_logos_PNG19750  https://www.facebook.com/biaubrunnen Dieser Beitrag erschien auf unserer facebook-Seite am 1.4.2017
Links:
http://www.spiegel.de/panorama/pflanzenschutzmittel-gift-anschlag-auf-bodensee-wasserversorgung-a-384772.html