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Wasser ist Leben! Der Aubrunnen bleibt.

FAQ
Fragen der Bürgerschaft zur Bürgerbefragung

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Das ist ja die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Was tue ich denn wenn ich beide Varianten nicht will?

Auch die BI Aubrunnen hätte sich lieber für KEINE  zusätzliche Ausweisung einer 10 Hektar großen Gewerbefläche im neuen Flächennutzungsplan ausgesprochen. In unserem Informationsheftle haben wir dargelegt, dass es unserer Ansicht nach ausreichend Flächen im neuen Entwurf gibt.  Wir möchten in der Zukunft auch an der Debatte mitwirken, warum es überhaupt immer mehr Wachstum in Tübingen geben muss und ob es nicht sinnvoll wäre, klug entgegenzusteuern, das unbegrenzte “Immer Mehr” zu stoppen und KLUG zu wachsen, das heißt zirkulär zu denken statt linear - denn es gibt ja auch Gewerbe das zumacht oder sich überholt hat und man könnte doch eine “nachwachsende Gewerbeansiedlung” betreiben, das heißt nur dort Gewerbe ansiedeln, wo ein Platz frei wird. Nun gut, aber für eine Obergrenze von Gewerbe in Tübingen ist unsere BI nicht gegründetworden,  sondern für den Erhalt des Aubrunnens.

Weil uns die Stadtverwaltung und der Gemeinderat nun vor die ”Wahl zwischen Pest und Cholera” gestellt haben, es also die Auswahl zu treffen gilt zwischen zwei künftig bebaubaren im Moment noch unberührten ökologischen Flächen, empfehlen wir die Variante 2, die nicht das Wasserschutzgebiet Au als Gewerbefläche im künftigen Flächennutzungsplan vorsieht. Dies hat einen klaren Grund. Nur beim Wasserschutzgebiet hat die Ausweisung der Fläche in dem eigentlich theoretischen Flächennutzungsplan eine sofortige konkrete Auswirkung. Denn sofort mit Inkrafttreten des Planes wird das Wasserschutzgebiet aufgehoben. Diese Entscheidung wäre irreversibel. Selbst wenn darauf nicht gebaut würde - es wäre kein Wasserschutzgebiet mehr da.

Bei allen anderen Flächen die als Gewerbe ausgewiesen werden, stehen diese zwar in dem Plan, aber es hat für die Realität erst einmal keine konkrete Auswirkung. Bevor darauf Gewerbe gebaut werden darf, muss die  Genehmigung im Gemeinderat eingeholt werden und dort kann dann wieder dagegen abgestimmt werden.

Es gibt in dem alten Flächennutzungsplan einige Flächen, die für Gewerbe vorgesehen waren, aber nicht dafür genutzt werden durften weil es der Gemeidnerat verhindert hat. So zum Beispiel mit großen Teilen des Steinenbergs. Hier wollte der Gemeinderat dieses ökologisch einem Naturschutzgebiet gleichkommende Gebiet vor Bebauung schützen, trotz des ständigen Ansinnens des Uniklinikums, darauf zu bauen.

Es ist also eine zeitliche Dimension, die die Abstimmung für Variante 2 jetzt dringend nahe legt. Jetzt muss verhindert werden, dass das Wasserschutzgebiet aufgehoben wird. Später kann weiterhin dafür gekämpft werden die Bebauung auf dem Schelmen zu verhindern.

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Kann bei Aufgabe des Aubrunnens nicht ein neuer Brunnen gebohrt werden?

Es gibt eine klare Aussage des geologischen Landesamts, dass es keine Möglichkeit gibt, für Tübingen ein neues Wasserschutzgebiet auszuweisen und damit auch eine neue Trinkwasserfassung zu erschließen.
Insgesamt aber muss betont werden, dass solche Fragen nicht durch "Expertise" gelöst werden können, auch wenn das von vielen PolitikerInnen gerne so dargestellt wird. Vielmehr gehen in die Entscheidung immer Wertungen und Abwägungen ein. Zudem: Was nützt beispielsweise eine Expertise, die nicht alle Möglichkeiten betrachtet? Herr Weitzenberg, ein langjähriger Praktiker und bei den Stadtwerken früher für das Trinkwasser verantwortlich, hat dies in seinem Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt vom Mittwoch dargelegt.

 

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Hat die formale Umkategorisierung zum Notbrunnen keinen Einfluss auf die Wasserqualität?

Wir haben auf der Website des BA für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe recherchiert und zitieren: “Im Einsatzfall erfolgt die Abgabe des Wassers an die Bevölkerung über Schlauchleitungen und Zapfstellen in mitgeführte Behältnisse. Dabei werden dem Wasser zusätzlich Desinfektionstabletten zugegeben, um möglichen mikrobiologischen Belastungen entgegenzuwirken.”

Der Au-Brunnen würde also nicht nur quantitativ geringfügig weniger, sondern auch qualitativ schlechteres Wasser fördern (vermutlich wegen der Nutzung der Grünfläche durch die Anwohner), was man im zeitlich begrenzten Katastrophenfall der Bevölkerung zumuten kann. Wir finden aber, es geht um die Erhaltung des Brunnens als dauerhaften Ersatz für eventuell ausfallendes Bodenseewasser. Wir halten die Ansicht, dass das Wasser genauso tauge, für unzutreffend. Hinzu kommt, dass die Umkategorisierung wegen der vorauszusehenden mikrobiellen Belastung nicht wieder umkehrbar ist.

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Sagt das Gutachten der Stadtwerke nicht, dass unser Wasser auch in der Zukunft ohne den Aubrunnen ausreicht?

Herr Weitzenberg bezieht in seinem Leserbrief zur Frage der Ausfallszenarien der bestehenden Tübinger Pumpwerke Stellung. Was er an empirischen Fakten schildert steht nicht im Einklang mit dem, wovon das aktuelle Gutachten der SWT spricht. Herr Weitzenberg, ehemaliger Mitarbeiter der SWT, stellt die Rückstufung des Aubrunnens zum Notbrunnen als verantwortungslos dar. Er hat Gründe: Er benennt Fehler und Mängel in der Hochrechnung des SWT-Gutachtens bis 2035.
Unabhängig von den Punkten, die Herr Weitzenberg erwähnt, gibt es weitere Fragen, die momentan unbeantwortet sind: Das Gutachten der SWT berechnet den Wasserbedarf für Tübingen für 2035 anhand einer Einwohnerentwicklungsprogose des Statistischen Landesamtes BW, die für Tübingen im Erwartungswert von einem Zuwachs von 321 Personen von 2017 bis 2035 ausgeht. Wir finden diese Berechnung ist lächerlich! Die Stadtverwaltung hat jüngst einen mittleren Zuwachs von 750 Personen pro Jahr seit 2010 veröffentlicht. Baubürgermeister Soehlke rechnet selbst mit 4800 neuen Wohneinheiten von 2017 bis 2030. „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber der Vorrat an Trinkwasser in Tübingen ist jedenfalls endlich!“.

In dem Gutachten der Stadtwerke geht es nicht um die Frage eines Notbrunnens (nur für den Katastrophenfall), sondern um die Frage, ob die Brunnenkapazitäten Tübingens inkl. BWV bis 2035 ausreichen ohne den Reservebrunnen Au. Der Haupthebel, um zu einer Antwort dieser verkürzenden Fragestellung zu kommen, ist die Einwohnerentwicklung! Und die wird in dem Gutachten mit Zahlen des StaLa von 2014 durchgeführt, die fernab jeder Tübinger Wachstums-Realität sind! Die Uni wächst durch die Exzellenz-Cluster rasant, ebenso die MPI-Bereiche, die nun Kooperationen mit Partnern wie Amazon feiern. Die Stadt feiert mit, sie kauft in den Gemeinden weiter Grundstücke auf, plant Neubaugebiete. Wieso,  so fragen wir, wird dann, wenn es um einen Reservebrunnen geht, das Einwohner-Wachstum in einem Gutachten auf praktisch Null reduziert ? Wieso tragen das alle Beteiligten mit?

Doch offenbar nur, weil man die Au unbedingt bebauen möchte, und gar nicht wissen will, ab welcher Wachstumsquote wann die Trinkwasserkapazitäten zu gering werden. Peter Fink, Mathematiker und Mitglied der BI, hat es durchgerechnet, und es ergibt sich, dass bereits zu Beginn des 22. Jahrhunderts bei gleichbleibendem Wachstum die jährliche Gesamtkapazität ohne Aubrunnen unterhalb der Wasserabgabemenge liegt. Die SWT bekäme ohne den Aubrunnen als Reserve aber schon viel früher ein Problem. An Spitzentagen würde es schon viele Jahre früher zu Engpässen kommen. Dies alles zeigt das Gutachten nicht auf, weil es nur bis 2035 reicht. Wieso eigentlich 2035? Doch wohl nur, weil die veralteten Hochrechnungen des Statistischen Landesamts genau bis zu diesem Jahr reichen!

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Wird der Aubrunnen bei einer Bebauung garnicht aufgegeben?

Achtung! Die Stadtverwaltung arbeitet hier mit einem rhetorischen Trick: Man unterschlägt, dass das Wasserschutzgebiet aufgegeben werden soll.
Aus Gründen der Zukunftsvorsorge ist es prinzipiell nicht verantwortbar, Wasserschutzgebiete aufzugeben, solange verantwortbare Alternativen bestehen. Und die haben wir: mit zehn Hektar im Schelmen oder mit Teilflächen dort, kombiniert mit den Kiesäckern oder den Traufwiesen

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Kann man bei einer Gewerbebebauung in der Au nicht Einfluss auf die Art der anzusiedelnden Betriebe nehmen, so dass die Wasserschutzbelange nicht beeinträchtigt werden?

Nein, selbstverständlich ist nach einer Bebauung nicht mehr die gleiche Wasserqualität vorhanden wie zuvor.
Dazu gab es einen Vortrag von Prof. Cirpka bei der Infoveranstaltung der BI Aubrunnen.

Welchen Sinn hätte denn ein Wasserschutzgebiet ganz allgemein, wenn man es in Wahrheit gar nicht braucht?
In Zone 1 und Zone 2 eines Wasserschutzgebietes ist eine Bebauung grundsätzlich streng(!) verboten.

Ein Notbrunnen kann nicht einfach Wasser ins Trinkwassernetz einspeisen. Dazu muss erst eine Genehmigung durch das Gesundheitsamt vorliegen, dass das Trinkwasser keine Keime enthält. Damit das Trinkwasser keine Keime enthält, hat man eben bei einem Reserverbrunnen ein Wasserschutzgebiet...

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Leserbriefe zur aktuell laufenden Bürgerbefragung

Auch in den Leserbriefen werden aktuell Argumente zur aktuell laufenden Bürgerbefragung ausgetauscht.
Nachzulesen hier.